Fasten bei PCOS

Okt 13

Fasten bei PCOS und Insulinresistenz

OK, ich gebe zu, ich bin ein Fan der zeitweisen Enthaltsamkeit. Und das nicht erst seit gestern. Ich faste meist zweimal im Jahr – einmal im Frühjahr und einmal im Spätsommer/Herbst.

Gerade geht mein Herbstfasten zu Ende und ich merke täglich, wie gut es mir damit geht.

Damit wir uns richtig verstehen: wenn ich von Fasten spreche, meine ich damit einen absoluten Verzicht auf feste Nahrung.

Warum ich das mache?

Fasten ist wunderbar dazu geeignet, den Körper zur Ruhe kommen zu lassen und ihn zu entlasten.

Gerade, wenn man am PCO-Syndrom erkrankt ist und eine Insulinresistenz hat.

Da nach kurzer Zeit keine Verdauungssäfte mehr produziert werden, fehlt auch das Hungergefühl.

Meine Haut, die sehr zickig reagiert, sollte ich doch einmal etwas mit Weizenmehl oder Zucker konsumiert haben, ist wieder in Topform. Bye bye, ihr Hautunreinheiten!

Wie immer beim Fasten wird mir bewusst, dass es nicht notwendig ist, ständig zu essen. Man muss sich nicht stündlich etwas in den Mund stecken (auch nicht vermeintlich Gesundes wie Obst!), um fit zu sein – im Gegenteil.

Unser Verdauungssystem ist  damit überfordert, permanent die Dinge zu verarbeiten, die wir essen.

 

Warum Fasten bei PCOS so heilsam ist

Leidest du an einer Insulinresistenz? Dann würde ich dir das Fasten wirklich sehr ans Herz legen! Deine arg gebeutelte Bauchspeicheldrüse wird es dir danken.

Der gestörte Stoffwechsel normalisiert sich schon nach etwa einer Woche – die Insulinresistenz wird durchbrochen und die Zellen werden insulinsensitiver, d.h. sie reagieren wieder schneller auf das Insulin, das ausgeschüttet wird.

Du drückst deinen internen “Reset-Button” – ganz ohne Medikamente!

Bessert sich die Insulinresistenz, bessern sich automatisch die Symptome des PCO-Syndroms, denn es werden weniger männliche Hormone produziert.

Auch der Blutdruck und die Entzündungsparameter sinken.

In deinem Körper beginnt eine wundersame Regeneration.

 

Besserung der PCOS-Symptome

Die reinere Haut hatte ich schon erwähnt. Und auch über ein paar verlorene Kilos freut man sich in der Regel. Vielleicht reichen die verlorenen Pfunde in Verbindung mit der Bekämpfung der Insulinresistenz sogar schon aus, um den Zyklus zu stabilisieren.

Falls du dir allerdings erhoffst, der Haawuchs im Gesicht würde während oder kurz nach einer Fastenzeit verschwinden oder merklich weniger werden, muss ich dich enttäuschen. Gerade bei der Bekämpfung von Hirsutismus braucht man einen sehr langen Atem.

Fasten kann allerdings der perfekte Beginn einer Ernährungsumstellung sein. Ich achte in den Wochen danach immer besonders auf meine Ernährung und habe wahnsinnig Lust auf frische, gesunde Zutaten.

Wenn du es schaffst, dauerhaft deinen Insulinspiegel und damit auch die Testosteronproduktion zu senken, kann sich das sehr positiv auf das unerwünschte Haarwachstum auswirken.

 

Kleine Fastenanleitung

 

Hast du noch nie gefastet oder möchtest länger als eine Woche fasten, lass dir bitte vom Arzt grünes Licht geben.

Plane vor dem Fasten ca. 2 Entlastungstage ein. Während dieser Zeit isst du nur Gemüse und Obst. Am besten roh. Gedünstetes Gemüse und Gemüsesuppe sind aber auch OK.

Auch während des Fastens wirst du Gemüse und Obst (in der Regel Orangen) brauchen. Sorge dafür, dass du immer genügend Zutaten für deine Brühe vorrätig hast.

Vom Wasserfasten, also dem Fasten ohne Brühe und Saft, halte ich absolut nichts!

Der Körper ist auf die Mineralstoffe und Vitamine angewiesen. Ich hatte während meiner Fastenzeiten noch nie irgendwelche Probleme. Auch die berüchtigten Fastentiefs kenne ich nur aus Erzählungen anderer.

 

Was du während des Fastens täglich zu dir nimmst

 

Fastenbrühe

Bereite dir während der Fastenzeit täglich zwei Liter frische Gemüsebrühe zu.

Ich mache meine Brühe immer mit 2-3 Kartoffeln, 1 Zucchini, 2 Tomaten, 1 Stange Lauch, 1-2 Paprika, etwas Ingwer und 2 Möhren. Du kannst aber auch jedes andere Gemüse nehmen (Kohlrabi, Wirsing, Kürbis etc.). Dazu kommen Kümmel, italienische Kräuter, Kurkuma, ein wenig Pfeffer und eine Prise Meersalz.

 

Frisch gepresster Obstsaft

Ich mache mir täglich einen frisch gepressten Saft aus 3 Orangen.

Das geht blitzschnell und gibt mir morgens genügend Power, um mein normales Programm durchzuziehen.

Bitte trinke nur frisch gepresste Säfte.

Alle Obstsäfte, die es im Supermarkt zu kaufen gibt, wurden erhitzt. Das gilt natürlich auch für direkt gepresste Säfte. Sekundären Pflanzenstoffe und Enzyme und ein Teil der Vitamine wurden duch das Erhitzen zerstört.

 

Tee und Wasser

Zusätzlich gibt es über den Tag verteilt natürlich viel unaromatisierten (!) Tee und Wasser.

 

 

Ketose – Ein genialer Begleiteffekt des Fastens

Ich hatte dir geraten, täglich ein Glas frischen Saft zu trinken. Oft kommt der Wunsch nach zusätzlichem Obstsaft auf. Das ist nur verständlich, denn frisch gepresster Saft ist eine absolut köstliche Sache.

Ich würde es jedoch dabei belassen, denn bei einem Kohlenhydratwert unter 30 Gramm erreichst du den Zustand der Ketose.

Während du dich in Ketose befindest setzt dein Körper eine Zellreinigung in Gang. Hierbei werden entartete Zellbestandteile abgetrennt und die Zellen somit erneuert.

Genial, oder? Wenn du zu viel Saft trinkst, tritt dieser Effekt aber leider nicht ein.

 

Entgiftung

Giftstoffe aller Art werden in Fettzellen gespeichert und freigesetzt, sobald du abnimmst.

Dein Körper wird also während der Fastenzeit entgiften. Wie sehr hängt unter anderem von deiner Ernährung davor ab. Je mehr Ungesundes du vorher zu dir genommen hast, desto stärker wird die Entgiftung ausfallen.

Es ist im übrigen normal, wenn du in den ersten Tagen vielleicht ein wenig Kopfschmerzen hast. Deswegen musst du das Fasten nicht beenden.

Solltest du jedoch das Gefühl haben, dir geht es wirklich zu schlecht um die Fastenzeit fortzusetzen, dann brich sie ab, ohne dir Vorwürfe zu machen.

Denn du musst niemandem etwas beweisen – weder dir noch anderen!

 

Darmsanierung

Du kannst deinen Körper dabei unterstützen, die freigesetzten Gifte auszuleiten und gleichzeitig noch eine Darmsanierung vornehmen. Das hört sich komplizierter an, als es ist.

Besorge dir im Internet Bentonit, Zeolith und Flohsamenschalen, mische jeweils einen Teelöffel davon mit 300 ml Wasser und mixe dir daraus einen morgendlichen Drink. Danach noch einmal die gleiche Menge Wasser nachtrinken.

Dieses zwar nicht besonders wohlschmeckende, aber durchaus erträgliche Getränk sorgt dank der Heilerde dafür, dass Gifte im Darm aufgenommen werden und die unerwünschten Stoffe deinen Körper verlassen.

Zusätzlich nimmst du täglich ein Probiotikum ein. Dieses enthält Darmbakterien, die für eine gesunde Darmflora sorgen.

 

Kleiner Einkaufszettel für eine Darmsanierung

Probiotikum

Flohsamenschalen

Bentonit

Zeolith

 

Abführen

Nun ja, dieses etwas unappetitliche Thema würde man gerne aussparen.

Um eine Rückvergiftung zu vermeiden, solltest du regelmäßig Einläufe vornehmen. Dies ist extrem wichtig. Andernfalls würde ich dir komplett vom Fasten abraten.

Anleitungen zum Abführen findest du im Internet, z.B. hier

 

Die Zeit nach dem Fasten

Mach dir bewusst, dass dein Körper sich erst langsam wieder an feste Nahrung gewöhnen muss. Beginne das Fastenbrechen am besten mit einem Apfel, den du gründlich kaust.

Ich esse in den ersten 2-3 Tagen eigentlich nur Obst und Gemüse.

Vielleicht merkst du ja, dass du weitaus weniger Hunger hast, als früher. Versuche doch einfach vorerst, dich auf drei (kohlenhydratarme) Mahlzeiten pro Tag zu beschränken.

So bleibt die Entlastung der Bauchspeicheldrüse erhalten.

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