Stille Entzündungen bei PCOS – die unerkannte Gefahr

Aug 14
Entzündungen bei PCOS

Fühlst du dich oft unglaublich müde und schlapp?
Ich wurde früher zeitweise von einer bleiernen Müdigkeit überfallen, die es mir schwer machte, meinen Alltag zu bewältigen.
Neben der Insulinresistenz war auch das Vorhandensein von stillen, niedriggradigen Entzündungen ein Grund für meine Ausgelaugtheit. ​Ich ahnte nichts davon.

Das tückische ist, dass du im Gegensatz zu den normalen Entzündungen wie z.B. einer Zahnfleischentzündung ​​von niedriggradigen Entzündungen ​lange nichts bemerkst. Trotzdem werden die Weichen gestellt für den Ausbruch schwer​er Erkrankungen. 

​Was sind ​stille Entzündungen und was verursachen sie?

​Eigentlich sind Entzündungen nichts Negatives, sondern sogar eine lebenswichtige Sache​. Entzündungen sind Abwehrmechanismen, die dafür sorgen, dass unser Körper dazu in der Lage ist, Verletzungen oder eingedrungene Krankheitserreger​ ​zu bekämpfen. Es handelt sich also um einen Heilungsprozess.

Problematisch wird es dann, wenn die Entzündung nicht abklingt und genau das ist bei stillen Entzündungen der Fall.  ​Das Immunsystem ​befindet sich praktisch permanent im Ausnahmezustand​. Dies ist auch der Grund dafür, dass viele PCOS-Patientinnen sich oft müde und ​antriebslos fühlen. ​Denn für diese ​ständige Abwehrreaktion benötigt unser Körper eine große Menge an Energie.

​Statt Fremdkörper ​zu bekämpfen ​​werden bei stillen Entzündungen die eigenen Zellen und gesundes Gewebe​ attackiert. Wenn du nichts dagegen unternimmst, ​​​​können Krankheiten wie Diabetes, Krebs, ​Alzheimer oder ein ​Schlaganfall die Folge sein.

Eine wichtige Rolle spiel​en hierbei entzündungsfördernde Zytokine, wie z.B. das ​ TNF-alpha (Tumor-Nekrose-Faktor alpha), die die Abwehrreaktionen initiieren​.
​Entzündungsfördernden Zytokine​ beeinflussen leider sehr stark unseren Hormonhaushalt. Sie verlangsamen die Reaktion ​der Eierstockfollikel auf FSH​ und behindern den Eisprung sowie die Produktion ​von Progesteron​​.​ Auch die Rezeptoren für Progesteron und für Schilddrüsenhormone werden blockiert und ​statt dessen ​die Rezeptoren für Östrogen hyperstimuliert.

​Was die Stabilisierung deines Zyklus, regelmäßige Eisprünge und deine Fruchtbarkeit angeht, stellen chronische Entzündungen ein großes Problem dar.

Was Entzündungen begünstigt

  • Rauchen
  • eine ungesunde Ernährung mit zu viel entzündungsfördernden Speisen
  • Alkohol
  • Stress
  • wenig Bewegung
  • Umweltgifte
  • gestörte Darmflora
Rauchen bei PCOS - Bitte nicht!

​Was ​kannst du konkret gegen stille Entzündungen tun?

​Ich kann es nicht oft genug wiederholen: deine Nahrung kann dein Heilmittel sein. Das ​trifft ​auch bei chronischen Entzündungen zu.

​​Reduziere entzündungsfördernde Nahrungsmittel. Also vor allem Zucker, Weizenmehl, Milchprodukte, Alkohol, rotes und stark verarbeitetes Fleisch und raffinierte Pflanzenöle.

Wenn du ganz massiv etwas gegen die Entzündungsherde in deinem Körper tun möchtest, ​solltest du dich einige Zeit komplett basisch ernähren. Beim sogenannten Basenfasten, werden nur bas​enbildende Nahrungsmittel gegessen, die nicht nur deinen Säure-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht bringen, sondern auch stark antiinflammatorisch wirken.

Auch wenn es sehr viel Kraft erfordert: Hör mit dem Rauchen auf! ​Zigaretten und Alkohol ​sind für Frauen mit PCOS ein zu ​großes Gesundheitsrisiko

Wenn du rauchst und regelmäßig Alkohol trinkst, tust du leider sehr viel dafür, dass deine chronischen Entzündungen bestehen bleiben. Gerade bei einem Kinderwunsch ​ist der Konsum von Zigaretten und Alkohol also absolut nicht zu empfehlen, denn die stillen Entzündungen bringen deinen Hormonhaushalt durcheinander und senken so die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden.

Bringe deine Darmflora mit einer Darmsanierung​ in Ordnung

​Wie das funktioniert, habe ich in meinem Blogbeitrag zum Thema Fasten beschrieben. Es ist wirklich eine sehr einfach durchzuführende Maßnahme, die ich jeder Frau mit PCOS empfehlen würde.

​Beweg dich - auch wenn du eigentlich ein Sportmuffel bist

​Du musst dafür nicht ins Fitnessstudio gehen oder dich anderweitig körperlich extrem verausgaben. Ein täglicher strammer Spaziergang ist schon völlig ausreichend und baut zudem noch Stress ab.

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