Was ist das PCO-Syndrom?

Was ist das PCO-Syndrom

​Was ist das PCOS-Syndrom?

PCOS - Verdammt viele Fragen
​​Das PCO-Syndrom ist eine endokrinologische Erkrankung bzw. eine hormonelle Störung, an der etwa 5-10% der Frauen im gebärfähigen Alter leiden. Manche Quellen sprechen sogar von bis zu 15%.

Du bist also nicht alleine, auch wenn es dir manchmal so vorkommt.


Die Bezeichnung PCO-Syndrom bzw. PCOS ist eine Abkürzung des Fachbegriffes “polycystic ovary syndrome” bzw. "polyzystisches Ovarialsyndrom" . Es befinden sich also viele (“poly”) ​​unvollständig gereifte ​Follikel (“Zysten”) in den Eierstöcken (“Ovarien”).
Da es sich um ein gemeinsames Auftreten verschieneder Symptome handelt, spricht man von einem "Syndrom".

​Tatsächlich kann es aber sein, dass sich in deinen Eierstöcken keine  Zysten befinden, obwohl du das PCO-Syndrom hast.
Dies ist möglich, da nach den Rotterdamer Kriterien zur Diagnose von PCOS nur zwei von drei ​Vorgaben erfüllt sein müssen.

​Die Rotterdamer Kriterien zur ​Diagnose des PCO-Syndroms

  • ​​Ein Überschuss an männlichen Hormonen (Hyperandrogenisierung)
  • ​Eine stark verzögerte oder ausbleibende Periode (Oligo- oder Anovulation)
  • Mindestens 12 Follikel mit einer Größe von 2-9 mm in einem der Eierstöcke (polyzystische Ovarien)

​Gleichzeitig müssen andere Ursachen für die Hyperandrogenisierung oder Oligo-/Anovulation ausgeschlossen werden.

​Welche Symptome sind typisch für das PCO-Syndrom?

  • check
    ​Unfruchtbarkeit und unregelmäßige Zyklen
  • check
    ​männlicher Haarwuchs (Hirsutismus)
  • check
    ​Haarausfall (androgenetische Alopezie)
  • check
    ​Akne
  • check
    Übergewicht
Symptome des PCO-Syndroms

​Jede Frau möchte sich gerne attraktiv und weiblich fühlen. Doch PCOS kratzt durch diese als Makel empfundenen und für die Umwelt in der Regel deutlich wahrnehmbaren Symptome enorm an unserem weiblichen Selbstbewusstsein.

​​Gesundheitliche ​Risiken - die versteckte Tragik des PCO-Syndroms


Obwohl es sich nicht bestreiten lässt, dass di​e äußerlich wahrnehmbaren Symptome unser Leben sehr negativ beeinflussen und sogar zu Depressionen führen können, sind doch die Langzeitfolgen und die versteckt ablaufenden Vorgänge in unserem Körper ebenso gravierend. Dabei wäre es sinnvoll, genau dort anzusetzen. Denn auch die Ursachen für die verhassten äußeren Veränderungen liegen in unserem Inneren.
Was hat es z.B. für einen Sinn, sich Haare weglasern zu lassen, wenn weiterhin zu viele männliche Hormone produziert werden? Einige Zeit später besteht das Problem erneut.

Viele am PCO-Syndrom erkrankte Frauen leiden unter einer Insulinresistenz und unbemerkten chronischen Entzündungen, was auf Dauer katastrophale Folgen für unseren Körper hat. Die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, ist hoch, wenn eine bestehende Insulinresistenz über Jahre nicht behandelt wird.

Ebenso erhöht ist die Wahrscheinlichkeit einer Herz-Kreislauferkrankung und Gebärmutterkörperkrebs.

​​Der erste Schritt - ​Ab zum Arzt!

Hast du bisher nur den Verdacht, am PCO-Syndrom zu leiden, solltest du offen mit deinem Frauenarzt darüber reden.
Es ist leider traurigerweise nicht selbstverständlich, dass ein Arzt von alleine die richtigen Schlüsse zieht.
Ergreife in diesem Fall selbst die Initiative!

Im Idealfall suchst du dir einen Arzt, der sich auf endokrinologische Krankheiten oder sogar auf das PCO-Syndrom spezialisiert hat.

Wichtig ist, dass per Ultraschall überprüft wird, ob eine erhöhte Anzahl an vergößerten Follikeln vorliegt. Außerdem sollte eine Blutuntersuchung erfolgen. Auf diese Weise kann ermittelt werden, welche Werte von der Norm abweichen. Dein Arzt weiß aber ​natürlich, welche Werte gecheckt werden müssen.

Lass dir die Ergebnisse der Blutuntersuchung mitgeben und hebe sie auf. So hast du später die Möglichkeit, den Verlauf der Krankheit nachvollziehen zu können.

​Die wichtigsten für PCOS relevanten Hormonwerte sind: 

  • check
    ​Testosteron (ein Androgen)
  • check
    ​DHEAS (ebenfalls ein Androgen)
  • check
    ​LH (luteinisierendes Hormon)
  • check
    ​LH (luteinisierendes Hormon)
  • check
    ​TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon)
PCO-Syndrom - Ab zum Arzt
​Außerdem sollte überprüft werden, ob du an einer Insulinresistenz leidest. In diesem Fall reagieren deine Zellen nicht in ausreichendem Maß auf Insulin. Die Folge ist einer permanente Überproduktion und Überflutung deines Körpers mit Insulin.

​Wie wird das PCO-Syndrom bzw. die Symptome von Ärzten behandelt?

​Falls du keinen aktuellen Kinderwunsch hast, wird dein Arzt dir ​sicherlich die Pille vorschlagen. Deren Einnahme wird zu einer regelmäßigen Monatsblutung führt und wahrscheinlich auch deine Haut positiv beeinflusst. Möchtest du schwanger werden und/oder besteht eine Insulinresistenz, kommen meist Metformin und Clomifen ins Spiel.

Metformin wird eigentlich zur Behandlung von Diabetes eingesetzt, kann jedoch bei einer Insulinresistenz auch bei PCOS Verwendung finden. Es hemmt die Glucosebildung und erhöht gleichzeitig die Insulinsensitivität. Die Zellen reagieren also wieder besser auf das Insulin, welches die Aufnahme der im Blut befindlichen Glucose steuert.

Clomifen hilft bei der Auslösung eines Eisprungs.

Ich hatte mich damals gegen eine Medikamenteneinnahme entschieden und habe es nicht bereut. Ich halte es für unsinnig, das grundsätzliche Problem bestehen zu lassen und statt dessen Medikamente mit teilweise erheblichen Nebenwirkungen zu schlucken.

​Was du selbst gegen das PCO-Syndrom tun kannst

PCO-Syndrom - Optimiere deine Ernährung

Optimiere deine Ernährung

Du kannst das hormonelle Gleichgewicht in deinem Körper wieder herstellen, indem du die Ausschüttung von zu viel Insulin durch eine auf PCO-Syndrom ausgerichtete Ernährung verhinderst. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit regelmäßiger Zyklen bei gleichzeitiger Verringerung der Androgene und den damit verbundenen Problemen wie Hirsutismus oder Akne. Falls du übergewichtig bist, wird es dir zudem erheblich leichter fallen, Gewicht zu verlieren.
Hier findest du nähere Infos

PCO-Syndrom - Treibe Sport

Mache regelmäßig Sport

Körperliche Bewegung hat sehr viele Vorteile, besonders in unserem Fall. Du verbrennst zusätzlich Kalorien, senkst den Insulinspiegel und stärkst deinen Körper.
Ideal wäre es, wenn du Ausdauersport betreiben könntest.

PCO-Syndrom - Nimm Nahrungsergänzungsmittel

​​Nimm Nahrungsergänzungsmittel​

​Es empfiehlt sich die Einnahme von Vitamin D3 (in Verbindung mit Vitamin K und Magnesium) und Omega 3 Fettsäuren. Inositol ist sehr hilfreich, um den Zyklus zu stabilisieren.
Lies hier mehr zum Thema

PCO-Syndrom? Optimiere deine Ernährung
Im Vergleich zu Frauen ohne PCOS müssen wir ungerechterweise erheblich mehr Aufwand betreiben um gesund zu bleiben, abzunehmen und unser Gewicht zu halten. Die Vorgänge in unserem Körper zwingen uns dazu, aktiv zu werden und uns Gedanken über unsere Lebensweise zu machen. Nicht selten muss der komplette Lifestyle geändert werden. Lohnt sich der Aufwand?
Diese Frage erübrigt sich eigentlich, denn andernfalls würde ich nicht schon seit einigen Jahren auf diese Weise leben.


Es tut einfach unglaublich gut, sich in der eigenen Haut wohlzufühlen und zu wissen, dass man das Schicksal selbst in die Hand nehmen kann!

Was gibt es Schlimmeres, als das Gefühl, ausgeliefert zu sein und nichts an belastenden Umständen ändern zu können?

Um das PCO-Syndrom und die Symptome zu bekämpfen, ist es notwendig, die Ursachen dieser Krankheit zu kennen und zu verstehen.
Je besser du begreifst, was in deinem Körper passiert bzw. in Schieflage geraten ist, desto effektiver kannst du dagegen vorgehen.

Denn auch wenn du manchmal mutlos bist und das Gefühl hast, nichts ändern zu können, ist dies definitiv falsch!

Mir ging es jahrelang genauso. PCOS hatte sich wie ein Schatten über mein Leben gebreitet.
Doch je mehr ich über das PCO-Syndrom in Erfahrung bringen konnte, desto besser wusste ich, was zu tun war.
Und genau das wünsche ich mir ebenso für dich!​

​“Eure Nahrung soll eure Medizin und eure Medizin soll eure Nahrung sein!“
Hippokrates

​FAQ zum Thema PCO-Syndrom

Wird PCOS vererbt?

Fakt ist, dass das PCO-Syndrom in vielen Familien gehäuft auftritt. Zwar wurde bisher kein Gen gefunden, das als PCOS-Auslöser gelten könnte, doch ist die Wahrscheinlichkeit stark erhöht, dass Töchter ebenfalls am PCO-Syndrom erkranken, sollte die Mutter daran leiden. Dies liegt wahrscheinlich an dem hormonellen Einfluss, dem das ungeborene Kind im Mutterleib ausgesetzt ist. Über die Plazenta werden die erhöhten männlichen Hormone auch an das Kind weitergegeben. Deswegen ist es sehr wichtig, Übergewicht und eine extreme Gewichtstzunahme während der Schwangerschaft zu vermeiden, denn dies würde das Problem noch verschärfen.

Ist PCOS heilbar?

Leider nein. Durch einen gesunden Lebensstil kannst du allerdings erreichen, dass sich die Symptome erheblich bessern und keine PCOS-typischen Spätfolgeerkrankungen (wie z.B. Diabetes) auftreten. Es kursieren im Internet auch immer wieder Gerüchte, dass eine Schwangerschaft ein Heilmittel für das PCO-Syndrom sei. Dies ist leider falsch.

Verschwindet das PCO-Syndrom nach den Wechseljahren?

Man liest bei der Definition von PCOS immer von "Frauen im gebärfähigen Alter". Fakt ist, dass zwei der drei Rotterdamer Kriterien nach der Menopause natürlich automatisch wegfallen (Zyklusprobleme und Follikelzysten). Symptome, die durch übermäßige Androgenproduktion verursacht werden, also z.B. unerwünschter Haarwuchs, verschlimmern sich jedoch unter Umständen noch. Auch eine Insulinresistenz verschwindet nicht einfach. Deswegen bleibt es für uns eine lebenslange Aufgabe, sich auf besondere Weise um den eigenen Körper zu kümmern.