Wildkräuter – gesunde Powerpflanzen

Apr 29
Wildkräuter - Ein Segen für deine Gesundheit

Der Frühling ist da! Die perfekte Zeit für ein wenig wildes Kraut!

Überall grünt und sprießt es. Der Frühling weckt unsere Lebensgeister und den Wunsch nach Veränderung. Bei mir weckt er immer auch die Lust auf Wildkräutersmoothies oder Pestos.

Es ist seltsam, dass es so viele Leute in meinem Bekannten- und Freundeskreis gibt, die gerne Salat, Gemüse und Obst essen, aber so wenige, die das pflücken, was vor unserer Tür wächst. Denn eigentlich ist es das naheliegendste. 

Seit ich anfing, mir Gedanken über meine Ernährung und die Auswirkungen auf das PCO-Syndrom zu machen, spielten Wildplanzen immer eine größere Rolle. Mittlerweile kenne ich die meisten Wildkräuter und pflücke sie von Frühjahr bis Herbst täglich. Und das hat sehr gute Gründe.

Was ist so toll an Wildkräutern?

Stell dir vor, du kaufst dir einen Kopfsalat im Supermarkt. Frisch aus Spanien herangekarrt. Nun lassen wir einmal die Tatsache außen vor, dass Kopf- und Eisbergsalate sowieso nicht vor Nährstoffen strotzen. Am nächsten Tag wirst du ihn dir also zubereiten. Zu diesem Zeitpunkt liegt die Ernte wahrscheinlich schon einige Tage zurück. Ab dem Moment, wo dein Salatkopf von den Wurzeln getrennt w​ird, beg​innt auch schon der Abbau von Vitaminen und Mineralstoffen. Irgendwann ist tatsächlich fast nichts mehr übrig.
Anders bei unseren wilden Freunden, die bei dir im Garten oder Park ganz in der Nähe wuchern.

Der Zeitraum zwischen Ernte und Verzehr ist in diesem Fall vernachlässigbar. Nach dem Pflücken der Wildkräuter sind sie 20 Minuten ​später in deinem Bauch. Das garantiert den Erhalt von möglichst vielen Nährstoffen, die dir gut tun. Ebenso gut tut dir die Bewegung an der frischen Luft. Gerade bei PCOS ist Bewegung elementar wichtig. Lass den täglichen Gang zum Wildkräuter pflücken zu einer Gewohnheit werden.

Außerdem sind Wildkräuter nicht gedüngt, überzüchtet und zudem noch kostenlos! Der Gehalt an Vitaminen und Minderalstoffen ist um ein vielfaches höher als bei angebautem Salat.

Wo kannst du pflücken?

Du solltest natürlich darauf achten, keine Wildkräuter an stark befahrenen Straßen, am Rand von konventionell gedüngten Feldern oder Hunde-Gassi-Routen zu pflücken.
Ich habe nun schon in insgesamt vier Städten mit 20.000-600.000 Einwohnern gelebt, aber die meisten Probleme hatte ich tatsächlich in der ländlichen Gegend, wo wir umgeben von Feldern wohnten, die allesamt gedüngt wurden.

Super in größeren Städten sind Stadtparks, in denen Hunde verboten sind. Bei uns gibt es auf dem Weg zum Kindergarten eine Wohnanlage mit Hundeverbotsschild am Eingang. Die gängigsten Wildkräuter, die ich dir weiter unten vorstelle, wachsen dort. Halte die Augen offen! Du findest mit Sicherheit auch in deiner Gegend eine Möglichkeit zum Pflücken.

Falls du einen eigenen Garten hast... Bingo! Raus aus der Terassentür und rein ins Wildkräuterparadies.
Ich habe einige Pflanzen mitsamt der Wurzel ausgegraben und bei uns im Garten wieder eingesetzt. Wenn du vorsichtig bist, klappt das. Es gibt auch Samen zu kaufen.

Während der kalten Jahreszeit kannst du getrocknete und pulverisierte Wildkräuter in Rohkostqualität nutzen. Die gibt es beispielsweise von Lebepur und können problemlos für grüne Smoothies vewendet werden.

Grüner Smoothie

​Wie verwendest du Wildkräuter in deiner Küche?

​Wildkräuter sind in der Regel auch Heilkräuter. Das heißt, sie werden schon seit Jahrhunderten weiterverarbeitet und als Tee, Umschl​ag, Öl oder Creme angewendet.
​Es gibt Wildkräuter, wie z.B. das Wiesenlabkraut, ​das sehr mild schmeck​t und beispielsweise eine wunderbare Ergänzung zu Feldsalat ​darstellt. Andere Wildkräuter schmecken etwas herber. Diese können dann in einem Hochleistungsmixer mit Obst und etwas Wasser zu einem Smoothie ​verarbeitet werden.
​Mein Frühstück besteht in der Regel aus einem grünen Smoothie mit frisch gepflückten Wildkräutern. Das gibt mir Power und macht erstaunlich satt.
​Aus jungem Giersch kann man ein sehr leckeres Pesto zubereiten.
Ansonsten gilt: ​taste dich langsam heran. Erhöhe z.B. nach und nach den Wildkräuteranteil in deinen Smoothies. Als Faustregel ​merkst du dir für den Anfang, dass ​du für eine Handvoll Wildkräuter etwa 3 Stück Obst mittlerer Größe verwenden kannst (Äpfel, Birne, Kiwi etc.).

​Was musst du noch beachten?

​Verwende niemals Wildkräuter, die du nicht einwandfrei identifizieren kannst!
Es gibt eine Menge Pflanzen, die du mit Sicherheit nicht verwechseln wirst. Du bist also auf die Wackelkandidaten nicht angewiesen. Denn gerade wenn du Wildkräuter mit Obst mixt, bestünde ansonsten die Gefahr, dass du giftige Pflanzen in schädlicher Menge hinunterspülst. ​

Nun kommen wir zu einigen meiner Lieblingswildkräuter....​

Giersch

​Giersch ist des Gärtners Plage, dabei wäre es besser, die wuchernden Pflanzen zu essen, statt zu bekämpfen.
Dieser Giersch auf dem Bild rechts wächst bei uns im Garten.
Ich habe allerdings überall in der Nachbarschaft Giersch in rauhen Mengen entdeckt. Wenn man einmal einen Blick dafür hat, findet man ihn ​leicht.

Leckerer Giersch

​​Giersch enthält 15-mal so viel Vitamin C wie Kopfsalat, ​sowie ​unter anderem Eisen, Kalium, Kalzium, Kupfer, Magnesium und Vitamin A.

Giersch - Von Gärtnern gehasst, von uns geliebt

​Junge Gierschblätter haben eine sehr frische, leuchtend grüne Farbe und sehen ein wenig wie ein Ziegenhuf aus. Aus diesem Grund wird diese tolle Pflanze auch Geiß​fuß genannt.

​Die Blätter sind immer in Dreiergruppen angeordnet.

​Wichtig: ​Damit du Giersch nicht mit anderen, unter Umständen giftigen Wildkräutern verwechselst, achte immer auf die gezackten Blätter und vor allem den dreieckigen Stengel-Querschnitt!

​Spitzwegerich

​Bei dieser Planze besteht keine große Verwechslungsgefahr. Sicher kennst du Spitzwegerich, denn er wächst auf fast jeder Wiese. Du kannst auch seinen Bruder, den ​Breitwegerich essen.

​Spitzwegerich gilt als sehr wirksame Heilpflanze, ist schleimlösend und antibakteriell. ​Wie oft bei den Wildkräutern gilt auch hier, dass die jungen Blätter am wenigsten herb schmecken.

Spitwegerich - überall zu finden

​Brennessel

​​Jedes kleine Kind kennt die Brennessel, die man fast überall findet. Pflücke immer nur die obersten Spitzen ab.

​Die Brennessel ist mein persönlicher Favorit unter den Wildkräutern. ​​Sie ist eine wahre Vitalstoffbombe, enth​ält unter anderem größere Mengen an Eisen und Kalium. ​Außerdem ist der Geschmack im Smoothie sehr angenehm. 

​Bei Brennesseln brauchst du dir keine Sorgen um eine Überdosierung machen. Du kannst sie täglich in größeren Mengen pflücken und konsumieren.

Brennesseln - Tun gut

​Löwenzahn

​Löwenzahn ist nicht jedemanns Sache, da er mitunter etwas herb schmeckt. Es steckt aber so viel Gutes in ihm, dass du dir täglich ​2-3 Blätter in den Mixbehälter stecken solltest.
​Aus den Wurzeln lässt sich ein sehr wirksamer Tee ​​zubereiten, der unter anderem bei Beschwerden an ​Leber, Niere oder Magen hilft.

Fast in jedem Garten daheim - Löwenzahn

Wiesenlabkraut & Klettenlabkraut

​Gerade für Einsteiger ist das Wiesenlabkraut gut geeignet. Die Pflanze kann direkt geknabbert werden, denn sie schmeckt sehr mild und lecker. ​​Die Blätter gruppieren sich wie kleine Terassen um den Stengel. 
Das Klettenlabkraut (siehe Bild) hat kleine Borsten an den Stengeln und Blättern, was im Smoothie aber natürlich nicht stört.

Wiesenlabkraut - angenehmer Geschmack

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(2) comments

Helen 10. Mai 2019

Liebe Christina,
das Thema PCO Syndrom betrifft nach Neon Artikel knapp 1. Millionen Frauen. Auch mein Frauenarzt hat davon schon gesprochen, weil meine Periode ohne Pille bis zu 7 Monate ausbleibt. Das ist der Hauptgrund, warum ich diese seit einigen Jahren nehme. Ob ich wirklich an diesem Snydrom leide, weiß ich nicht. Mir wurde nur gesagt, dass ich mich schnell beim Arzt melden soll,wenn der Kinderwunsch groß ist. Ich mache momentan eine Hospitanz bei Frankfurter Allgemeinen Zeitung und möchte mehr über das Thema erfahren und darüber einen Artikel veröffentlichen. Wenn ich dir ein paar Fragen dazu stellen könnte, würde ich mich sehr freuen. Ganz liebe Grüße! 🙂 Helen

Reply
    Christina 13. Mai 2019

    Liebe Helen,
    du kannst mir gerne Fragen stellen. Ich schreibe dir eine Email.
    LG,
    Christina

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