Jan 07
Zyklusstörungen bei PCOS

Zyklusstörungen bei PCOS

​Ein normal funktionierender Zyklus mit regelmäßigen Eisprüngen ist die Voraussetzung für eine unkomplizierte Schwangerschaft.
Doch gerade Zyklusstörungen und eine damit einhergehende Unfruchtbarkeit gelten als typische PCOS-Symptome.

Der weibliche Zyklus mit und ohne PCOS

​Der Zyklus bei einer Frau ohne PCOS/Zyklusstörungen

​Unter dem Einfluss von FSH (Follikel stimulierendem Hormon) wird das Wachstum von 10-30 Follikeln angeregt. Jeder Follikel enthält ein Ei. Die Follikel durchlaufen verschiedene Phasen der Reifung, welche sich insgesamt über fast ein Jahr erstreckt, sofern die Follikel nicht vorher absterben.

Enige Follikel erreichen schließlich den Zustand des Tertiärfollikels, der das für den Eisprung und die Gebärmutterschleimhaut wichtige Östrogen produziert.
Der am besten entwickelte Tertiärfollikel (dominanter Follikel) reift schließlich vollständig zum sogenannten Graaf'schen Follikel heran, während die meisten anderen Tertiärfollikel absterben.

Der Höhepunkt der Östrogenproduktion ist kurz vor dem Eisprung erreicht. Diese erhöhte Östrogenlevel führt schließlich dazu, dass die Hirnanhangdrüse vermehrt LH (luteinisierendes Hormon) produziert.

Erst durch diese LH-Spitze (engl. LH-Peak) kommt es zur Ovulation bzw. zum Eisprung.

Der Zyklus bei einer Frau mit PCOS/Zyklusstörungen

Bei Frauen mit PCOS ist aufgrund des oft erhöhten Insulinspiegels die äußere Schicht der Follikel, die aus sogenannten Thekazellen besteht, deutlich dicker als bei gesunden Frauen.
Da in den Thekazellen Testosteron produziert wird, ist dieses somit im Übermaß vorhanden.

Die Folge ist unter anderem eine männliche Behaarung oder Haarausfall, aber auch eine Störung des Eisprungs. Zu viel Testosteron verlangsamt die Follikelentwicklung und verhindert den LH-Schub, der den finalen Eisprung auslöst. Für die LH-Spitze ist es notwendig, dass eine größere Menge an Östrogen vorhanden ist. Wird jedoch in den Thekazellen zu viel Testosteron gebildet, fehlt der Östrogenüberschuss. Statt dessen steigt der LH-Wert dauerhaft an.

Die Eizellen gelangen nie zur vollständigen Reifung, sterben ab und verbleiben als flüssigkeitsgefüllte Zysten in den Ovarien. Oft spricht man in diesem Zusammenhang von perlschnurartigen Follikeln, da sie aneinandergereiht angeordnet sind.

Hast du dir einmal eines deiner Ultraschallbilder angesehen? Die schwarzen "Kugeln" sind genau jene Follikel, die es nicht bis zur vollendeten Reife geschafft haben und sich nun weiterhin in deinem Eierstock befinden und diesen quasi blockieren.

Progesteron - Ein überaus wichtiges Hormon

Doch selbst wenn es zu einem Eisprung kommen sollte, ist der Follikel bei Frauen mit PCOS in der Regel weniger robust und von geringerer Qualität. Dies hat auch Folgen für die Zeit nach dem Eisprung.

Der entleerte Follikel wandelt sich zu einem sogenannten Gelbkörper, der während der kommenden zwei Wochen die wichtige Aufgabe der Progesteronproduktion zu erfüllen hat. Löst sich der Follikel zu schnell auf, entsteht ein Progesteronmangel. Für die Einnistung des Embryos ist die Versorgung mit Progesteron von fundamentaler Bedeutung.

Viele Frauen mit PCOS haben einen Progesteronmangel.

Es ist ​nicht nur wichtig, überhaupt einen Eisprung zu haben, sondern ebenso, eine gute Qualität des Follikels zu erreichen, damit der Embryo sich einnisten kann und es später nicht zu einer Fehlgeburt kommt.

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